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Archiv für die 'New York' Kategorie

New York – die Stadt der tausend Eindrücke

Vor einigen Monaten verschlug es mich mit meiner Mitbewohnerin nach New York. Bis heute konnte ich die unzähligen Eindrücke die mir diese Stadt geboten hat kaum verarbeiten. Nie zuvor habe ich einen Ort erlebt, der so voller Gegensätze ist und solch eine Faszination ausüben kann. Besonders die Bevölkerung ist mir im Gedächtnis geblieben. Bereits am ersten Tag hatte ich mich mit meiner Freundin auf dem Weg zum Hostel verirrt. Leider stellten wir das erst in der Subway fest. Doch obwohl wir uns in einer Millionenstadt befanden, wo Anonymität auf der Tagesordnung stehen sollte, sprach man uns so gleich an und wollte uns mit dem richtigen Weg helfen. Jedoch sind die New Yorker nicht nur durchaus hilfsbereit, sondern auch sehr sehr hektisch. Nirgendwo sah ich Menschen, die einfach nur ruhig spazieren gingen. Niemand schien Zeit zu haben um einfach stehen zu bleiben und die Stadt einmal auf sich wirken zu lassen.

Obwohl New York eine der größten Städte der Welt ist, wunderte ich mich gerade anfangs,dass so viele Dinge doch eigentlich erlaufbar sind. Doch wie sich herausstellte galt das nur für den Stadtteil Manhattan. In Manhattan beschloss ich mit meiner Mitbewohnerin, uns die Stadt doch einmal von oben zu betrachten. So gingen wir nun zum Empire State Building, dem mittlerweile wieder höchsten Gebäude von New York City. Nachdem wir ungefähr zwei Stunden lang anstehen mussten, konnten wir endlich das Plateau des Empire State Buildings betreten. Uns bot sich einfach eine atemberaubende Aussicht. Noch nie im Leben habe ich derart viele Lichter gesehen. Ich schaute einfach in die Nachtlichter und versuchte das Ende der Lichter zu erspähen. Doch ich sah kein Ende. Auch auf der anderen Seite, Lichter und noch mehr Lichter. Erst jetzt konnte ich langsam erahnen wie riesig diese Stadt wirklich sein musste. Selbst wenn man Jahre dort verbringt, könnte man unmöglich jeden Winkel der Stadt kennenlernen können.

Auch einen Besuch auf der Liberty und Ellis Island ließen wir uns nicht nehmen. Nachdem wir im Financial District in ein mittelgroßes Boot gestiegen sind, konnten wir von Wasser aus nocheinmal unzälige Hochhäuser begutachten. Nach zehnminütiger Fahrt rief uns dann auch schon Miss Liberty zu sich, die sich auf einer sehr kleinen aber wirklich ruhigen, idylischen Insel, gerade weit genug vom turbulenten Big Apple. Die Stille hier war für uns mittlerweile äußerst ungewohnt und so verwundert es nicht, dass wir einige Stunden einfach nur auf einer Wiese neben der Freiheitsstatue saßen und das Panorama von New York auf uns wirken ließen. Nachdem uns die Ruhe dann schließlich doch genug war ging es mit der Fähre weiter nach Ellis Island. Dort betraten wir das Migrationsmuseum der Stadt. Auf Ellis Island landeten damals so viele Menschen, voller Hoffnung auf ein neues, besseres Leben. Und doch war es für die Ankömmlinge zunächst nicht klar, ob ihnen der Zutritt gewährt werden würde. Was muss das für ein Gefühl sein, wochenlang auf See, halb verhungert und alles ist umsonst gewesen? Nicht umsonst wird Ellis Island auch die „Isle of Tears“ genannt.

Die schönste Ecke von New York war für mich China Town und Little Italy. So viele asiatische Restaurants, europäische Cafés und verwinkelte Straßen… Kulinarisch ist diese Stelle ein wirkliches Highlight. Wo sonst hat man so viel Auswahl vom asiatischen Kontinent?

Wer einmal in New York ist sollte sich auch nicht das vielfältige Kulturangebot entgehen lassen. Ein Musical auf dem Broadway ist ein wahres Muss. Zwar sind die Karten nicht gerade ein Schnäppchen, aber wenn die Show erst einmal angefangen hat, weiß man auch, dass das Geld wirklich gut angelegt ist. Meine Freundin und ich entschlossen uns damals für das Musical „Die Schöne und das Biest“. Für einige Stunden hielt uns das Märchen gefangen. Die Stimmen der Darsteller hinterließen mir eine Gänsehaut. Zum Schluss des Stückes liefen uns sogar ein Paar Tränen über das Gesicht, so gut spielten alle.

Um unsere Lachmuskeln zu trainieren, gingen wir in eine Stand up Comedy Show. Dort wurden uns einige wirklich komische Comedians präsentiert. An einen Comedian erinnere ich mich noch sehr gut. Er erklärte uns was passiert, wenn man weiße Frauen oder Latinos betrügt. Die Latinos suchen die Frau auf die versuchte ihren Platz einzunehmen, machen sie fertig, suchen danach den Exfreund auf und tun das Gleiche. Weiße Frauen hingegen verklagen dich einfach nur.

An was ich mich aber noch besonders gern erinnere, ist wie meine Reisebegleiterin den Tag begannen. Da wir ungefähr eine Woche unter einem Jet Lack litten, fiel es uns besonders leicht sehr früh aufzustehen. So begann der Tag für uns schon gegen sieben Uhr. Nachdem wir frisch gewaschen waren, stiegen wir gleich in die Subway,dem einzig wirklich sinnvollen Transportmittel im Big Apple, um Richtung Innenstadt zu fahren. Die meisten Geschäffte waren noch geschlossen. Die Stadt war wenig belebt. Aber viele kleine Straßenwagen, die Kaffee und Bagels verkauften waren immerhin schon in Betrieb. Und so kauften wir uns beim Straßenverkäufer unser Frühstück, hielten noch ein kleines Schwätzchen mit ihm und setzten uns schließlich in einen Park neben der New York Public Libary um der Stadt langsam beim Aufwachen zuzuschauen.

Geschrieben von Reiseberichte am Dienstag 30. Januar 2007