Mitteldeutsche Zeitung: Mord an deutschen Reportern in Afghanistan Farhang: “Das waren Kriminelle”
Beitrag vom 22 Juni 2006
Halle (ots) – Der afghanische Wirtschaftsminister Amin Farhang hält den Mord an den deutschen Journalisten in Nord-Afghanistan für kriminell motiviert. “Das waren Kriminelle”, sagte er der in Halle erscheinenden “Mitteldeutschen Zeitung” (Montag-Ausgabe). “Solche Sachen gibt es leider überall auf der Welt. Politische Motive sehe ich nicht. Die Taliban haben dementiert, mit der Sache etwas zu tun zu haben.” Leider hätten sich die Mitarbeiter der Deutschen Welle aufgrund ihrer vielen Reisen durch das Land zu sicher gefühlt und “Warnungen der Provinzregierung und von Isaf nicht ernst genommen” sowie eine Verordnung ignoriert, derzufolge Ausländer vor einer Reiseüber ihre Route informieren müssen, “damit sie von der Polizei unter Schutz genommen werden können. Außerdem ist es riskant, an der Hauptstraße zu zelten. In einem Wald hätte man sie vielleicht gar nicht gefunden. Das ist eine Kette von unglücklichen Zufällen und Entscheidungen. Das haben die beiden nicht verdient.” Dem afghanischen Politiker zufolge hat es in der Ortschaft Proteste gegen die Täter und Sympathie-Kundgebungen für die Toten und ihre Angehörigen gegeben. “Die Menschen fühlen sich durch die Tat betroffen und beleidigt. Wenn sie diese Verbrecher in die Hände bekommen, dann werden sie gelyncht.”

Rückfragen bitte an: Mitteldeutsche Zeitung Chefredakteur Jörg Biallas Telefon: 0345/565-4242

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